Porsche-Hochleistungs-Sportwagen mit Zukunfts-Technologien

Stuttgart. Mit dem Carrera GT dokumentiert die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart, nicht nur die technischen Möglichkeiten, die heute im Sportwagen-Bau möglich sind, der Hochleistungs-Sportwagen gibt auch einen Ausblick auf mögliche künftige Porsche-Technologien. Beim Genfer Automobil-Salon im März hat er Weltpremiere und wird erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

Die Optik und gesamte Statur des Carrera GT verrät auf den ersten Blick, dass die Gene dieses Fahrzeugs im Motorsport liegen. Porsches neueste Sportwagen-Kreation verfügt über ein reinrassiges Renn-Triebwerk. Der Zehnzylinder-Motor mit Trockensumpfschmierung basiert auf jenem 5,5 Liter V10-Saugmotor, der für Rennaktivitäten entwickelt wurde. Für den Einsatz im Serienfahrzeug haben die Techniker des Entwicklungszentrums Weissach den Hubraum auf 5,7 Liter erhöht. Die maximale Leistung beträgt 450 kW (612 PS) bei 8000 Umdrehungen pro Minute, das maximale Drehmoment 590 Nm. In neue Dimensionen stößt der Carrera GT mit seinen Fahrleistungen vor. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 330 Kilometern pro Stunde erreicht. Von Null auf 100 km/h beschleunigt er in 3,9 Sekunden, die Parade-Disziplin von Null auf 200 km/h absolviert der Carrera GT in 9,9 Sekunden. Die optimale Übersetzung der Antriebskraft übernimmt ein eigens entwickeltes und manuell schaltbares Sechs-Gang-Getriebe.

Konsequenter Leichtbau und die Konzentration auf das wirklich Wesentliche eines Sportwagens waren im Lastenheft gefordert. So kommt der Roadster bei einer Länge von 4,61 Metern, einer Breite von 1,92 Metern, einer Höhe von 1,16 Metern und einem Radstand von 2,73 Metern auf ein Leergewicht von 1.380 Kilogramm.

Erstmals bei Straßen- und Rennfahrzeugen wird ein neues Konstruktions-Konzept - sowohl das Monocoque als auch der gesamte Aggregateträger bestehen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CfK) - realisiert. Durch seine funktionale und formale Einheit hebt es sich von allem bisherigen ab. Dieses wegweisende Prinzip hat Porsche zum Patent angemeldet. Nur der Werkstoff Karbon schafft in aufwendiger Verarbeitung die Voraussetzungen, um höchste Fahrleistung und Fahrdynamik mit minimalem Gewicht bei maximaler Steifigkeit zu verbinden.

Bei realisierbaren Geschwindigkeiten von über 300 km/h spielt die Aerodynamik eine entscheidende Rolle. Um möglichst hohe Abtriebs-Beiwerte (sogenannter "Down Force") zu realisieren, hat der Carrera GT eine Unterbodengeometrie, wie man sie in ähnlicher Form nur bei reinrassigen Rennsportwagen kennt. Der völlig verkleidete Unterboden aus Kohlefaser sorgt mit einem Heck-Diffusor und den Strömungskanälen für einen zusätzlichen Ansaugeffekt.

Verzögert wird der Carrera GT von der Keramik-Bremsanlage PCCB (Porsche Ceramic Composite Brake), die Porsche seit 2001 als erster Hersteller in einem Serien-Fahrzeug (GT2) anbietet. Für die Kraftübertragung sorgt eine Weltneuheit: die Keramik-Kupplung PCCC (Porsche Ceramic Composite Clutch). PCCC zeichnet sich durch hohe Leistungsfähigkeit, geringe Ausmaße und enorme Haltbarkeit aus.

Die extrem leichten Magnesium-Räder des Carrera GT werden in einem speziellen Schmiedeverfahren hergestellt und zum ersten Mal in einem Serienfahrzeug eingesetzt. Die Reifen mit sehr großen Laufflächen sind eigens für den Carrera GT entwickelt worden - vorn in den Maßen 265/35 ZR 19 und hinten 335/30 ZR 20.

Der neue Porsche-Roadster verfügt über ein einfach zu handhabendes Dachsystem. Es besteht aus zwei einzelnen Kohlefaser-Leichtbauschalen (sie wiegen jeweils nur 2,4 Kilogramm), die im vorderen Kofferraum untergebracht werden können.

Die ersten Exemplare des Carrera GT, der im Porsche-Werk in Leipzig gefertigt wird, kommen Ende 2003 zu den Kunden.